10 Tipps für die Aussaat

Die neue Saison startet bald und Sie haben sich bereits mit Saatgut all ihrer Lieblingskräuter eingedeckt? Doch wie am besten vorgehen? Im folgenden Beitrag möchte ich ihnen 10 Tipps geben, damit die Pflanzenaufzucht ein voller Erfolg wird.

Erde

Aussaaterde

Für das Aussäen von Samen verwenden Sie am besten Aussaaterde. Die gibt es in allen Baumärkten, im Frühling auch oft in Supermärkten. In Aussaaterde sind weniger Nährstoffe enthalten als in normaler Blumenerde. Dadurch können sich nicht so viele Mikroorganismen entwickeln und die empfindlichen Keimlinge befallen. Sie hat in der Regel auch eine feinkörnigere Struktur, was besser für kleine Samen ist. Als Faustregel gilt, den Samen mit so viel Erde abzudecken, wie er dick ist.

Kokoserde

Je nachdem wie feuchtigkeitsliebend die Pflanze ist, kann Kokoserde beigemischt werden. Diese besitzt sehr hohe Wasserspeicherkapazität und ist Torferde aus ökologischen Gründen vorzuziehen. Kokoserde ist ein Abfallprodukt der Kokospalmen-Industrie, während Torf tausende Jahre zur Entstehung benötigt. Torf speichert außerdem enorme CO2-Mengen und spielt eine wichtige Rolle im Wasserhaushalt der Erde. Kokoserde gibt es in Baumärkten oder im Internet zu kaufen.

Die richtige Mischung

Achte außerdem darauf, dass Sie die Aussaaterde entsprechend den Ansprüchen der Pflanze mischen. Bei Pflanzen, die gut durchlässigen Boden brauchen sollte man bereits bei der Aussaat ausreichend auflockerndes Material untermischen. Bei feuchtigkeitsliebenden Pflanzen ist das nicht notwendig und man kann ausschließlich Aussaaterde verwenden. Stattdessen kann diesen z.B. mehr Kokoserde beigemischt werden, welches sehr gute wasserspeichernd wirkt, z.B. bei

Lichtkeimer & Dunkelkeimer

Es gibt zahlreiche Pflanzen, deren Samen nur unter Lichteinfluss zum Keimen gebracht werden können. Diese dürfen also beim Aussäen nicht mit Erde bedeckt werden. Es empfiehlt sich aber, die Samen an die Erde anzudrücken, bzw. feinen Erdstaub ebenerdig aufzufüllen. Oft ist es auch vorteilhaft etwas Erde drüberzustreuseln, da Licht die obersten Erdschichten ohnehin durchdringt. So trocknen die Samen nicht so schnell aus und die Feuchtigkeit kann schneller eindringen. Außerdem kann der Topf oder die Schale mit transparenter Plastikfolie bedeckt werden, um ein Austrocknen zu verhindern. Dabei ist auf ausreichend Belüftung zu achten und direkte Sonnenbestrahlung ist zu vermeiden, um Schimmelbildung vorzubeugen.

Kaltkeimer

Viele Pflanzen aus den winterkalten Gebieten auf der Erde haben einen bestimmten Mechanismus entwickelt. Die Samen der sogenannten Kaltkeimer benötigen eine längere Kälteperiode, um überhaupt keimfähig zu werden. So wird verhindert, dass die Samen im Herbst keimen und die Jungpflanzen im Winter erfrieren. Das Saatgut von diesen Pflanzen sollte gegen Oktober/November im freien in Saatschalen gesät werden. Dabei ist darauf zu achten, dass es vor Vogel- oder Mäusefraß geschützt wird und vom Niederschlag befeuchtet werden kann – also nicht unter ein Dach stellen. Zu den Kaltkeimern zählen viele heimischen Pflanzen, z.B.

Manchmal reicht aber auch die Frühlingskühle aus, um die Keimung zu ermöglichen. Samen dieser Pflanzen können auch noch von Februar bis Mitte April gesät werden.

Wenn man die Aussaat verpasst, kann man die Kälteperiode auch noch während der Saison im Kühlschrank simulieren.

Warmkeimer

Viele subtropische und tropische Pflanzen benötigen hingegen höhere Temperaturen, um zu keimen. In einem solchen Fall empfiehlt sich die Anschaffung einer Heizmatte und eines verschließbaren Zimmergewächshauses. Per Thermostat kann so eine konstante Temperatur erzeugt werden. Einige Pflanzen, die auf diese Weise gut keimen sind unter anderem:

pH-Wert

Die meisten Pflanzen gedeihen in normaler Erde, ohne dass man extra am pH-Wert herumschrauben muss. Manche Pflanzen allerdings wachsen merklich besser in besonders saurer oder basischer Erde. Saurer kann die Erde durch das Beimengen von Quarzsand gemacht werden.

Beispiele für Pflanzen, die einen sauren pH bevorzugen:

Um den pH-Wert zu erhöhen, die Erde also basischer zu machen, wird etwas Gartenkalk in die Erde gemischt.

Pflanzen, die kalkige Erde bevorzugen: zahlreiche Mittelmeer-Pflanzen, wie z.B.

Sterilisieren

Wenn die Keimung längere Zeit in Anspruch nimmt und höhere Temperaturen benötigt werden, dann empfiehlt es sich, die Erde vor der Aussaat im Backrohr oder in der Mikrowelle zu sterilisieren, um einer Schimmelbildung vorzubeugen. In der Regel ist das nicht notwendig, aber ein Beispiel, wo dies helfen kann ist Baum-Aloe (Aloe arborescens).

Erde sieben

Wenn Sie es mit besonders kleinen Samen zu tun haben, dann sollten Sie die Erde zuvor sieben. Streuen Sie das feine Erdmaterial auf die normale Aussaaterde drüber, um eine obere Schicht aus feinkörnigem Material zu erhalten. Diese mit der Sprühflasche befeuchten, das Saatgut vorsichtig darauf streuen und mit einer weiteren Erdstaubschicht bedecken. Diese wieder befeuchten.

Ein paar Beispiele von Pflanzen, bei denen diese Technik eingesetzt werden kann:

Vorquellen

Manche Samen können in lauwarmem Wasser vorgequollen werden. In der Regel geschieht dies über eine Dauer von 24 Stunden. Teilweise können die Samen zuvor mit einer Feile oder Schleifpapier angeritzt werden, damit das Wasser schneller ins Innere eindringen kann. Dieser Prozess ist nicht wirklich notwendig, doch er beschleunigt den Keimprozess. Nach dem Quellen müssen die Samen sofort ausgesät werden, da der begonnene Keimprozess nicht mehr unterbrochen werden darf. Dieser Vorgang empfiehlt sich z.B. bei

Geduld

Zuguterletzt ist manchmal vor allem eines gefragt: eine gute Portion Geduld. Selbst wenn sich nach einer Woche noch immer nichts getan hat, heißt es den Kopf nicht hängen lassen und das Saatgut konstant feucht halten. Denn wenn sich die ersten Keimlinge durch die Erde kämpfen hat sich das Warten gelohnt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.